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Der
älteste urkundliche Nachweis über die Burg Scherneck ist ein
Kaufvertrag aus dem Jahre 1322.
In
diesem Vertrag ist dokumentiert, daß Herr Hans von Rehlingen (Röchling)
Scherneck an den Ritter Heinrich von Gumppenberg verkauft hat.
In
der Folgezeit nach 1322 muß Scherneck zweimal niedergebrannt sein.
Gemäß überlieferten Erzählungen haben sich Burgvögte auf
Scherneck zeitweise als Raubritter betätigt. Dies rührte daher, daß
damals zu Scherneck nur wenig Ländereien gehörten, die nicht
ausreichten, um die Vögte und ihr Gefolge zu ernähren. Auf dem Römerweg
im Lechfeld zogen große Handelskarawanen mit vielen verschiedenen
Waren an Scherneck vorbei nach Augsburg. Wenn die Versuchung und der
Hunger zu groß wurden, haben die Vögte wohl Überfälle auf diese
Handelszüge ausgeübt, um sich und ihre Leute zu versorgen. Die
Augsburger ließen sich dies nicht lange gefallen und brannten
Scherneck bis auf die Grundmauern nieder.
Es
wurde sogar ein Bannfluch ausgesprochen, der beinhaltete "daß
nicht einmal mehr der Pflug über Scherneck gehen dürfe". Das
bedeutete, daß auf den Flächen von Scherneck nicht einmal mehr
Ackerbau betrieben werden durfte. Nach etlichen Jahren oder
Jahrzehnten wurde zuerst eine Kapelle zur Abwendung dieses
Bannfluches errichtet. Die damalige "Herz-Jesu-Kapelle"
war ein beliebtes Ziel für Wallfahrten.
Nach
geraumer Zeit durfte wohl in Scherneck auch wieder eine Burg
errichtet werden.
Man
sagt, daß diese Burg im dreißigjährigen Krieg erneut durch ein
Feuer zerstört und als Schloß
wieder neu aufgebaut wurde.
Nach
den Rittern von Gumppenberg, die Scherneck von 1322 bis 1503 besaßen,
wechselten die Eigentümer sehr häufig.
Die
längste darauf folgende Besitzperiode begann 1691, als ein Freiherr
von Mayer Scherneck kaufte. Diese Familie behielt die Burg bis 1822
in ihrem Eigentum.
1823
wurde Scherneck schließlich von Johann Lorenz Freiherr von Schaezler gekauft.
Bis
zum heutigen Zeitpunkt ist Scherneck bereits in der sechsten Generation im
Besitz der Freiherren von Schaezler.
Unter
den Freiherren von Schaezler wurde Schloß Scherneck zunehmend als
Gutsbetrieb ausgebaut und vergrößert. Zum
gegenwärtigen Zeitpunkt besteht Scherneck im Wesentlichen aus den
drei Betriebsbereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Brauerei.
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